Die Spende

Die Spende

Endlich, 3. Januar, um 6 Uhr morgens die letzten 3 Spritzen…mal gut das ich gut in Futter bin und die Prozedur in der Speckschicht meines Bauches gut überstanden habe. Um 8 Uhr muss ich in Ratingen sein. Natürlich bin ich, wie immer zu Terminen, zu früh dort. Meine Frau und mein Sohn begleiten mich. Wir werden in Empfang genommen und gleich in den Raum gebracht wo die Maschine steht die mir die Stammzellen entnimmt, ein sogenannter Zellseparator. Eh ich mich versehe und noch fest die Zähne zusammen beiße sagt die Ärztin das es ab nun langweilig wird. Ich bin erstaunt…wieso…bin ich schon angeschlossen? Ja, sogar Blut wurde schon abgenommen um eine Hochrechnung zu machen wie viele Stammzellen ausgeschwemmt werden..ich habe davon nichts bemerkt. Nun dürfen Marion und Nils zu mir und wir schauen eine DVD an. Die Zeit vergeht recht langsam…ich wage kaum zur Uhr zu schauen…erst nach der DVD schaue ich zum ersten mal hin…noch keine 2 Stunden. Im laufe der Zeit wird mir etwas warm…okay mittlerweile hatte mein Blick doch mal meine Armbeugen gestreift und ich sah die Nadeln in meinem Armen…mein Kreislauf ging da doch merklich runter, denn wie bereits erwähnt, ich bin kein Indianer eher ein Lederstrumpf, ein Weichei, ein Angsthase und diese ganze Prozedur ist mir äußerst unangenehm. Aber was ist das im Gegensatz zu dem Patienten…rein gar nichts. Die Ärztin füttert mich mit Schokolade und setzt etwas mehr Kalzium ein. Die Maschine rattert weiter bis zu 5-6 mal wird mein Blut aus dem Körper geholt und gleichzeitig wieder zurückgebracht. Endlich nach 5 Stunden und 15 Minuten des ruhigen daliegen sind genug Stammzellen raus. Ich bekomme ein Mittagessen und während dessen wird die Höhe der Stammzellen geprüft. Nach einer Stunde, Gewissheit, ich brauche nicht am nächsten Tag wieder kommen es sind genug Stammzellen vorhanden. Der Bote wird das Päckchen in Empfang nehmen und sofort geht die hoffnungsvolle Fracht nach Polen. Dort wird schon auf das Päckchen gewartet.

Geschafft!!! Ein Stein fällt mir vom Herzen … ich habe es durchgehalten … habe im Vorfeld einiges an Blut abgegeben … in der 3 tägigen Vorbereitung mir unter den Augen meines Sohnes, tapfer täglich 6 Spritzen geben lassen und heute stocke steiff über 5 Stunden da gelegen. Doch … ich muss sagen … ich war stolz auf mich … auch wenn es komisch klingt …klingt das komisch? Keine Ahnung aber es war ein Gefühl das man schlecht beschreiben kann zumindest für mich …ich weiß nicht wie es anderen Spendern ergeht. Das Gefühl nicht feige gewesen zu sein, es durchgehalten zu haben, sich dazu entschlossen zu haben … kann man das so schreiben?

Auf dem Weg nach Hause sagte ich Marion das sie an der Kapelle anhalten sollte und kurz auf mich warten. Trotz einem guten Gefühl …Weihnachten war gerade vor rüber … ein neues Jahr erst 3 Tage alt …alles war eigentlich von Hoffnung erfüllt aber zum guten Schluss war mir einfach danach diesen Ort zu besuchen.

Bereits am nächsten Tag ließen die Nebenwirkungen rapide nach. Ich musste nochmals zum Hausarzt um Blut abnehmen zu lassen. Das Blutbild wird in 4 Wochen noch mal geprüft dann in einem Jahr und dann in 5 Jahren.